Freitag, 10. Mai 2013

Ho’rda - die Suppe für alle Fälle!



Hast du einen Kater? Dann ist Ho'rda genau das richtige für Dich :-)) So hieß es früher immer an meinem Arbeitsplatz. Unser Chef kam nach einer langen durchzechten Nacht mit einem starken Kater zu Arbeit. Sofort hat seine Sekretärin eine Ho’rda bestellt. Die heisse Suppe hat er dann mit Yoghurt verschlungen und … er war wieder auf wundersame Art sofort wieder fit.
Ho’rda ist unsere leichte, Suppe mit gekochtem Gemüse und Reis. Sie wird üblicherweise immer mit einem "Blub" Yoghurt serviert.
Es gibt viele solche Beispiele, die einige trinkfreudige bei uns zu genüge erzählen können. Immer hat diese Jungs, nach so einem ausgiebigen Trinkabend unsere gute alte Ho'rda Suppe gerettet und am nächsten Morgen wieder denkfähig gemacht.
Das ist natürlich nur eine Facette dieser Suppe. Wenn man krank ist wird bei uns gerne Ho’rda serviert. Es wärmt von innen, unterstützt das Schwitzen und Sie werden sich besser fühlen. Ho'rda ist eine ehrliche und wirklich einfach zuzubereitende Suppe.
Aber auch für warme Sommertage ist diese Suppe gut geeignet finde ich. Für mein Rezept habe ich die Suppe für mehr Geschmack mit etwas Fleisch und weiteren, bei uns eher seltener verwendeten Gemüsesorten wie Sellerie und Zuchini verfeinert. Eine Vegetarische Variante schmeckt natürlich ebenso gut.
Hier ist das Rezept (BITTE KLICKEN): Ho’rda - die Suppe für alle Fälle!

Mittwoch, 8. Mai 2013

Halim ( Halisa)



Das ist eines der Gerichte die man entweder liebt oder überhaupt nicht mag. Wahrscheinlich liegt das an der ehrlich gesagt nicht sehr eleganten Optik. Aber es ist ein ehrliches und traditionelles Gericht aus Lammfleisch und Weizen.
Die Zubereitung von Halim (Halisa) ist so ziemlich zeitaufwendig, daher wird dieses Gericht meist nur zum Nevruzfest gekocht. Diejenigen die Halim mögen, essen es natürlich öfters :-)
Im Nevruzfest wird früh am Morgen ein Lamm geschlachtet und das Fleisch mitsamt Knochen lange gekocht. Wenn sich das Fleisch von den Knochen langsam trennt werden die Knochen herausgenommen. Dann kommt eine Unmenge von Weizen in den riesigen Kazan (Kessel) hinzu. In so einen großen Kazan passen an die 100kg Material. Das ganze wird dann fast den ganzen Tag lang gekocht, bis das Lammfleisch butterweich wird und zusammen mit dem Weizen eine Pürreeartige Konsistenz annimmt.
Mein Mann sagt immer, man sollte dieses Gericht "Kosmonauten-Essen" nennen, weil schon ein kleine Portion den ganzen Tag über satt macht, derart nahrhaft ist es ;-)
Es gibt natürlich auch eine etwas leichtere und vereinfachte Variante dieses Gerichts, bei dem nicht so lange gekocht werden muss - also eher kompatibel für unsere urbane Lebensweise. Sie müssen dazu lediglich den Weizen und das Fleisch getrennt kochen. Wenn der Weizen weich wird einfach durch den Fleischwolf ziehen und zerkleinern. Dann diese Masse zum gekochten Fleisch zugeben und weiter langsam köcheln lassen. Dieser Varianten erspart Ihnen ca. 5-6 Stunden Zeit ;-)
Natürlich schmeckt die ursprüngliche Variante mit der langen Kochzeit etwas cremiger und für mein Empfinden etwas besser. Ich habe mich daher für die traditionelle Kochweise entschieden. Obwohl ich ein Schnellkochtopf verwendet habe, hat es in der Tat dennoch 7-8 Stunden gedauert. Nach diesem irrsinnig langen Kochen und Rühren, habe ich verstanden warum dieses Gericht nur zu Feierlichkeiten zubereitet wird.
Wenn Sie vielleicht mal Usbekistan besuchen und dieses Gericht probieren möchten, empfehle ich in Tashkent das Café "Milliy Taomlar" (Orientierung: Gafur Gulyam str. 1, shayhontohur Bezirk, gegenüber dem Zirkus). Die kochen jeden Tag Halim. Man muss nur am Vormittag das Café besuchen, weil ansonsten bereits um 13.00 Uhr dieses Gericht ausverkauft ist. Dieses Café ist aber auch für die anderen traditionellen usbekischen Gerichte einen Besuch wert.
Hier ist das Rezept (BITTE KLICKEN): Halim (halisa)

Dienstag, 7. Mai 2013

Wie schält man einen Granatapfel?




Seit längerem habe ich gemerkt, dass man oft nicht genau weiss, wie man einige fremde Obst- und Gemüsesorten richtig schneiden oder schälen soll.
Wenn's falsch gemacht wird, bringt man im Endeffekt das Obst in einen so miserablen Zustand, indem man es gar nicht mehr essen möchte.
Eine dieser Obstsorten ist der Granatapfel. Ich wundere mich über die zum Teil kuriosen Methoden die hier kursieren, die beschreiben wie man einen Granatapfel zerkleinert. Schneiden, klopfen usw… und das auch von Köchen empfohlen.
In Usbekistan, einem Land in dem Granatapfel wachsen und seit Jahrhunderten gegessen werden, würde niemand auf die Idee kommen einen Granatapfel derart zu behandeln. Durchschneiden ist tabu, weil man sich dann garantiert bekleckert - und glauben Sie mir Granatapfelflecken sind hartnäckig!
Ich will Ihnen in diesem Artikel mal unsere usbekische Technik zeigen, wie wir die Granatapfel öffnen.
Erst schneiden Sie einen Deckel ab (aber Vorsicht nicht sehr tief schneiden, sondern knapp unter der Schale). Danach heben Sie den Deckel ab und ritzen entlang der Seiten in gleichmäßigem Abstand die Schale etwas tiefer ein. Am besten in fünf gleich große Teile. Aber nicht bis ins Fleisch einschneiden und nach Möglichkeit die tieferen Stellen dafür nutzen.
Jetzt vorsichtig mit den Fingern die Granatapfel von der Deckelseite her öffnen und dann mit der Hand die Granatperlen herauslösen. Das geht ganz leicht und keines geht verloren. Zudem vermeiden Sie somit Flecken. 
Hier ist das Rezept (BITTE KLICKEN): Wie schält man einen Granatapfel?

Piyozli Anor Salati ( Granatapfel Zwiebelsalat)




Granatäpfel sind bei uns sehr beliebt. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Sorten. Von süß, süß-säuerlich bis sauer, was das Herz begehrt. Diese werden immer Anfang Herbst auf den usbekischen Märkten verkauft.
Ich habe beobachtet, dass jüngere Leute eher die Süßen, ältere hingegen die sauren mögen. Wenn ich in der richtigen Saison in Usbekistan bin, kaufe ich immer Massen von Granatäpfeln und verschlinge schon mal täglich ein Kilo :-) Ich vermisse sehr oft unsere leckeren sonnengereiften Früchte.
In Deutschland verbindet man Granatäpfel meist mit Süßspeisen. Bei uns ist man diese entweder pur für sich alleine, aber auch gerne mal in den Salat gemischt. Eher seltener mit Süßigkeiten. Aber außerordentlich beliebt in Salaten mit Zwiebeln oder Rettich. Diese passen wunderbar als Beilage zu Fleischgerichten und erweitern den Geschmack der Hauptgerichte wie Palov oder Schaschlik durch saure und süße Komponenten.
Ich zeige heute einen super einfachen Beilagensalat aus nur zwei Bestandteilen - nämlich Zwiebeln und Granatäpfel. Sie werden überrascht sein wie gut dieser Salat zu Fleischgerichten passt, insbesondere wenn Sie einen Grill-Abend machen. 
Hier ist das Rezept (BITTE KLICKEN):PIYOZLI ANOR SALATI

Mittwoch, 1. Mai 2013

QOVOQ SOMSA (KÜRBIS SAMSA)



Kürbis ist höchstwahrscheinlich das beliebteste Gemüse in Usbekistan. Es gibt eine Vielzahl von Gerichten die Kürbis enthalten, wie z.B. Kürbis-Manti, Kürbis-Dimlama, Kürbis-Plov, Kürbis-Hunon, Kürbis Somsa und so weiter…
Wir lieben einfach den Kürbis in jeglichen Variationen. Ich erinnere mich gerne an meine Kindheit und einen Laden der in unserer Nähe lag. Da kamen im Herbst immer Traktorladungen voller Kürbisse an. Der Laden war dann bis unter der Decke voll mit Kürbissen. Damals kostete ein Riesenkürbis gerade mal so 30-40 Cent. Wir kauften immer auf Vorrat so 20-30 von den Großen und füllten damit unseren Keller auf. Den ganzen Herbst und Winter über waren wir mit Kürbis versorgt:-)
Es gab dann jede Woche ein oder zweimal Gerichte mit Kürbis auf unseren Tisch.
Meist waren es unsere Lieblings Somsa und Honim (im Dampf gegarte strudelartige Teigwaren). Ich werde noch in den kommenden Beiträgen viele Kürbisgerichte mit Ihnen teilen.
Bei uns ist es sehr beliebt den Kürbis in den Gerichten mit Butterschmalz oder kleingehacktem Schwanzfett vom Lamm zuzubereiten. Daher sollten Sie, wenn Sie Vegetarier sind oder so etwas nicht mögen, besser vorher nachfragen, ob z.B. in den Somsa Schwanzfett verwendet wurde. Damit ersparen Sie sich spätere Irritationen ;-) Obwohl sich ja mal probieren wert ist. Heisse Somsa mit kleinen Stückchen vom Schwanzfett schmeckt köstlich. Aber nur warm, denn kalt ist es nicht so bekömmlich.
Heute will ich Ihnen eine andere Art Somsa vorstellen. Diese passt hervorragend zum Herbst und die Wintersaison - die Kürbis Somsa. Übrigens ist diese nicht nur in Usbekistan, sondern auch in Zentralasien äußert beliebt.  Hier ist das Rezept (BITTE KLICKEN): QOVOQ SOMSA

SHAKAROB





Dieser Salat ist wahrscheinlich neben dem Klassiker "Achik-Chuchuk" (Tomaten- Zwiebel Salat) der am meisten servierte Salat in der usbekischen Küche. Besonders als Beilage zu Hauptspeisen wie Plov und Schaschlik wird es gerne serviert.
Im Sommer wenn bei uns die Temperaturen jenseits der 40 Grad steigen ist so ein kühler und erfrischender Salat ein wahrer Retter. Gewöhnlich wird es nur mit Salz und Pfeffer zubereitet. Wie Sie aus dem Rezept ersehen können, habe ich aber eine Variante mit Öl und Zitrone ausgearbeitet. Früher kannten wir keinen Salatdressing. Daher wundern Sie sich nicht, wenn Sie in einem traditionellen usbekischen Restaurant oder Café einen Salat ohne jegliches Dressing oder höchstens mit ein wenig Traubenessig bekommen.
Dieser Salat schmeckt mir aber mit oder ohne Dressing ganz gut. Probieren Sie einfach beide Varianten. Ich hoffe Sie mögen diesen einfachen aber leckeren Salat.
Hier ist das Rezept (BITTE KLICKEN):  SHAKAROB




LOCHIRA



Dieses Brot Lochira wird meist bei Feierlichkeiten und zu besonderen Anlässen gebacken. Das dünne flache Brot wird hübsch geformt - meistens in einer Tellerform - und ist sehr knusprig und köstlich. Ein Lochira-Brot ist sehr lange Zeit haltbar und ich schätze mal deshalb auch sehr beliebt. Das Brot erinnert vom Geschmack her, eher an Grissini. Nur wird es bei uns ohne Hefe, aber dafür mit Milch und Butter zubereitet.
Auch auf dem Tisch macht dieses dekorative Brot eine gute Figur. Durch die lange Haltbarkeit ist es auch ein guter Begleiter auf Reisen. Bei unserer Kultur und Tradition ist es üblich immer etwas mitzubringen oder mitzugeben wenn man zu Besuch geht oder jemanden zu Besuch hat. Auch wenn jemand auf Reisen geht Dafür sind die Lochira natürlich perfekt geeignet. Man kann auf die Lochira wie bei einem Teller andere Leckereien darauf packen. Als Gast können Sie dem Gastgeber damit ein kleines Dankeschön für die Einladung und Gastfreundschaft überreichen, oder als Gastgeber Ihren Gästen bei der Verabschiedung eine kleine Aufmerksamkeit mitgeben. Das tellerförmige Brot ersetzt dabei auf praktischer weise den Teller und man braucht sich keinen Kopf um verloren gegangene Teller machen.
Es gibt unterschiedliche Varianten dieses Brotes. Manche lieben es etwas weicher, andere wiederum eher knuspriger. Darum werden Sie überall abweichende Rezepte finden. Wundern Sie sich also nicht über sehr unterschiedliche Interpretationen dieses Brotes. Jeder hat seine Lieblingsvariation. Vielleicht werden Sie mein Rezept auch mögen. Probieren Sie es mal aus..
Ein Tipp: Dieses Brot ist auch ein guter Begleiter für eine schöne Käseplatte.

Hier ist das Rezept (BITTE KLICKEN):LOCHIRA
http://lochira.com/de/küche-brot/lochira